Bei der Eselwanderung beim Jugendcamp 2010 habe ich Tülla kennengelernt. Ich möchte über sie schreiben, damit jeder merkt dass sie ein kleiner Star ist. Und zwar ein Eselstar. Die Eselstars kann man so gut wie überall besuchen. Sie sind niedlich und knuffig und man kann viel mit ihnen machen. Die menschlichen Stars kann man meistens nur im Fernsehen sehen und Konzerte von ihnen sind sehr teuer. Man lernt sie kaum richtig kennen. Sie geben Autogramme und das wars… Esel kann man richtig kennen lernen und mit ihnen Spaß haben. Ich habe Tülla kennengelernt.
Sie ist ziemlich zickig und ich habe schon gefragt ob sie noch in der Pubertät ist, denn sie ist ja 15 Jahre alt. Aber das ist sie nicht, Tülla ist von Natur aus so. Aber das macht mir nichts aus, sie ist trotzdem mein kleiner Star.
Jetzt erzähle ich was ich mit Tülla auf der Eselwanderung durchgemacht habe.
Zuerst haben wir die Esel geputzt, ich putzte Tülla. Ihr schien das Putzen zu gefallen, aber sie zappelte öfters herum. Beim Hufe auskratzen ließ Tülla sich die hinteren Hufe nicht auskratzen. Sonst klappte aber alles. Beim führen wollte sie dauernd fressen und wenn wir mal Pause machten aß sie manchmal gar nichts und danach zickte sie wieder rum. Tülla ging meistens ziemlich flott, einmal trabte sie schon richtig. Ein andermal ging sie so langsam, dass wir richtig weit hinten waren. Dann ist Tülla auch noch dauernd stehen geblieben. Nachdem wir aber eine Pause gemacht haben lief sie wieder zügig weiter. Als wir Mittagspause machten gab es Melonen und Tülla fraß die meisten Schalen. Alle Kinder kamen und stopften sie voll mit Melonenschalen. Die meisten landeten aber auf dem Boden, denn nach einer Weile hatte Tülla keinen Hunger mehr. Meike und ich machte uns den Spaß und machten aus Tülla ein Fotomodell. Wir schmückten sie mit Blättchen und Zweigen und schossen ein par gute Fotos. Nach einer kurzen Zeit Spiel und Spaß luden wir das Gepäck auf die Esel und marschierten weiter. Leider verlor Tülla unterwegs ihren Schmuck. Nach ein par Stündchen erreichten wir das Ziel. Ich hatte Tülla die ganze Zeit lang geführt auch wenn ich eigentlich nicht mehr konnte. Führer zwei wurde immer wieder gewechselt. Auf dem Obsthof (das war unser Ziel) mussten wir aufpassen, dass die Esel nicht Büsche und Bäume anknabberten. Nachdem die Esel dann eingezäunt waren kümmerten wir uns erstmal um die Zelte. Was die Esel in der Nacht gemacht haben weiß ich nicht. Am Morgen jedenfalls stand Tülla abseits von den anderen und ging auch nicht gerne zu nah an sie ran. Den ganzen Morgen war Sie unruhig und beim Wandern war sie irgendwie so langsam und müde. Nach der Mittagspause wo sie mit Blättern, Melonenschalen und Gras gefüttert wurde (sie hat sich auch eine Tomate geklaut) war sie wieder besser drauf. Tülla lief mit viel Freude und Lust. Dann waren wir schon soweit, dass wir unseren Anhaltspunkt die Kapelle sahen. Bei der Kapelle bogen wir ab (dramatisch geschildert) verirrten uns. Notgedrungen rief Felicitas ihren Vater an. Den Eseln machte das alles überhaupt nichts aus. Nachdem Felicitas den Weg wusste gingen wir samt Eseln hinter ihr her.Wir fanden uns auf einer wunderschönen wiese mit einem großen Baum wieder. Tülla und die anderen Esel stürzten sich natürlich gleich aufs Gras. Dann wurden die Esel eingezäunt und wir spielten ein bisschen im Zelt. Am nächsten Morgen stand Tülla bei den anderen zwei Eseln auf der Eselweide. Als wir zum Bauern gingen um Milch zu holen, fragte ich Felicitas warum Tülla auf der anderen Weide stand. Felicitas antwortete: „Tülla hat die Fohlen geärgert“. Dann fragte ich sie warum Tülla immer so alleine rumsteht. Felicitas erklärte mir, dass Tüllas Freundin Marie zu Hause bleiben musste weil sie etwas an den Hufen hat. Deswegen war Tülla traurig. Mir tun Tülla und die anderen Esel leid, denn sie werden extrem von Fliegen belästigt. Man merkt dass die Esel davon die Nase voll haben. Manchmal verstehe ich die Esel nicht, sie stehen mitten in der Sonne, trinken kaum was und schmeißen den Eimer um. Meike und ich gingen zu Tülla und schmusten mit ihr. Meike hat bei ihr gleich drei Bremsen tot geschlagen. Felicitas schoss ein paar Fotos von Tülla und uns. Plötzlich liefen die Esel weg und wir sahen, dass der Zaum umgefallen war. Ein Esel verhakte sich im Zaun aber er wurde befreit. Wir mussten Tülla ein Halfter anlegen und führten sie zurück auf die Weide. Wir bauten den Zaun wieder auf. Kurz danach putzten Meike und ich Tülla ganz fein säuberlich. Nach dem Putzen luden wir die Sachen auf. Tülla bekam noch eine Schüssel Kraftfutter und zwei Melonenschalen, dann ging es los. Tülla ging echt gut. Bei ihr waren aber immer riesige Bremsen. In der Mittagspause wollte sie das Essen klauen, deswegen wurde sie woanders hingestellt. Wir mussten nicht lange laufen, da waren wir auch schon in Bollschweil beim Sportplatz. Dort gab es eine Brücke über die die Esel gehen mussten. Tülla ging einwandfrei hinüber. Ein Esel nahm lieber den Weg durchs Wasser. Es dauerte nicht mehr lange und wir waren da. Tülla beschnupperte gleich Marie, die beiden schienen sich sehr zu freuen. Tülla bewacht Marie fast die ganze Zeit. Ich finde es toll, dass ich Tülla kennengelernt habe, denn sie ist wirklich einzigartig. Tülla ist manchmal frech, manchmal zickig, manchmal tollpatschigaber sie ist total süß. Sie hat sich wunderbar an Meike und mich gewöhnt. Tülla genießt es wenn wir sie streicheln und sie von Fliegen befreien. Tülla macht sich einen Spaß daraus andere Leute wegzuschubsen und trampelt ihnen auch gerne mal auf die Füße. Sie mag so gut wie keine anderen Esel außer Marie. Ganz stur passt sie auf Marie auf und geht ihr hinterher. Da braucht Marie ja keine Angst zu haben. Es fällt mir schwer mich von Tülla zu verabschieden. Ich wünsche Tülla, dass sie ein langes schönes Leben hat und jeder merkt, dass sie etwas Besonderes ist.
Janice Heinrich aus Wenigerode (10 Jahre alt)

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