Baudet de Poitou, 1906 für 10.000 Francs in die USA verkauft.
Es gibt ihn immer noch, den Mythos um diese Eselrasse.
Mal ist er groß und grau, ein andermal ist er klein und langhaarig oder auch sehr groß, schwarz glänzend und kurzhaarig. Eines haben sie alle gemeinsam: Ihre Besitzer sind überzeugt, einen echten oder doch fast echten „Poitou“ ihr Eigen zu nennen.
Doch wer oder was ist ein Poitou Esel wirklich?
Entstanden ist diese Rieseneselrasse im Südwesten Frankreichs, der Region um die Stadt „Poitiers“, bekannt als „Poitou“. Der Zeitpunkt ist heute nicht mehr sicher zu bestimmen. Es muss wohl etwa im 10. Jahrhundert gewesen sein. Auch die Herkunft dieser Rasse ist unklar. Sie könnte gemeinsam mit dem Zamorana Leone aus dem katalanischen Riesenesel entstanden sein, aber auch parallel dazu aus regionalen Rassen.
Das heutige Stutbuch wurde 1884 eröffnet. Im Jahre 1972 stand die Rasse vor dem Aussterben. Es gab noch 25 reinrassige und im Stutbuch eingetragene Tiere. Neben einer verstärkten Zucht mit diesen Tieren wurde versucht, andere Rieseneselstuten einzukreuzen, um frisches Blut in die Rasse zu bekommen.
Tiere, welche in Deutschland geboren werden, können in das französische Stutbuch eingetragen werden, wenn:
- beide Eltern schon im A-Buch eingetragen sind, diese Fohlen stehen dann auch im A-Buch
- die Stute im B- und der Vater im A-Buch eingetragen und gekört ist, diese Fohlen kommen dann in das B-Buch
- Ab der dritten Generation kann für Stuten die im B-Buch stehen, der Antrag auf Eintrag in das A-Buch gestellt werden. Hier haben nur „Idealtiere“ Aussicht auf Erfolg. Der männliche Nachwuchs dieser Stuten kann nicht gekört werden. Hengste in der siebten Generation gelten als reinrassig und können sich der Kör-Kommission stellen.
- Alle Regeln des Stutbuchs erfüllt sind (Info hierzu bei Barbara Bank)
Nur Tiere, welche im französischen Stutbuch eingetragen sind, dürfen Baudet du Poitou genannt werden. Alle anderen sind als Poitou-Kreuzungen zu bezeichnen. Das Stutbuch wurde 2004 für das Ausland endgültig geschlossen.
Beschreibung des Poitou-Esels
Hengste haben ein Stockmaß zwischen 140 cm und 156 cm, ein Röhrbeinumfang von 21 cm bis 27 cm und ein Gewicht von 350 bis 420 kg.
Der „ideale“ Hengst ist etwa 145 cm groß und hat ein Röhrbein um 25 cm und mehr. Wird der Esel größer, so werden die Knochen meist dünner.
Die Stute darf etwas kleiner und leichter als der Hengst sein.
Beide Geschlechter haben dunkelbraune bis hellbraune lange und oft stark gelockte Haare, Kippmähne und Kötenbehang. Weiße Abzeichen (Bauch, Maul, Augenringe und Schenkelinnenseiten) sind die Regel. Die Ohren sollten sehr lang, breit, offen und stark behaart sein.
Wozu wurde der Poitou Esel früher gebraucht?
Zur Zucht von sehr großen und starken Maultieren und zwar ausschließlich dazu. Wertvoll waren die starken Eselhengste und die Züchter der Region Poitou wussten damals schon, wie man einen Mythos erzeugt und erhält. Potenz war gefragt und die kam angeblich von den langen Haaren.
Zum Stutbuch des Poitou Esels gehört das Mulassiere Pferd, ein großes schweres Kaltblutpferd mit sehr viel Behang-, Mähnen- und Schweifhaar.
Aus Pferdestute und Eselhengst wurde das „Mule du Poitou“ gezogen.
Diese Maultiere waren der Reichtum dieser Gegend anders als die Esel haben die Pferde aber auch Feldarbeit geleistet.
Der Esel von Poitou hatte schon immer Probleme mit der Muskulatur, er hatte große schwere Knochen und einen sehr tiefen Brustkorb, doch seine Muskeln waren schlecht ausgebildet. Diese bekam das Maultier ja von dem starken Pferd.
Die heutige Situation
Es gibt weltweit etwa 800 (1994 waren es 150) eingeschriebene Poitou Esel. Einige haben gesundheitliche Probleme durch schlechtes Erbgut. (Gelenkprobleme durch Sehnenschwäche, zu kurze Sehnen, schlechte Gliedmaßenstellung, Bockhufe, Probleme mit der weißen Linie, Karpfenrücken, Zahnfehler usw.) Bei einer solch kleinen Population lassen sich diese Probleme durch Auslese in der Zucht nur sehr schwer verhindern.
Zu den reinblütigen Tieren gibt es mittlerweile bedingt durch den „Mythos Poitou“ eine unübersichtlich große Zahl von Eseln aller Größen und Farben, die Poitou Blut führen. Diese Esel werden oft sehr teuer als Poitou Esel verkauft. Gerne berate ich Sie vor dem Kauf.
Gelegentlich gibt es Stimmen, die meinen, dass man nur in Deutschland der Meinung ist, dass der Poitou-Esel kein robuster Arbeitsesel sei. Nun mag bei uns die Anforderung an einen Arbeitsesel über die reine Dekoration zum Arbeitstier hinaus gehen, die man manchmal auf Fotos sieht. Fakt ist, das im Vergleichstest die Leistungsstärke dieser Esel unter der von Zwergeseln liegt und die Krankheitsanfälligkeit wesentlich größer ist. Auch bei Bewertungen der IGEM (Interessengemeinschaft der Esel- und Mulifreunde e.V.) schneiden die Poitou-Esel und deren Mischlinge z.B. wegen Luxationen der Gelenke eher nicht so gut ab.
Spazieren gehen oder einen leichte Kutsche ziehen fördern seine Gesundheit (besonders der Hufe) und seine Lebenserwartung, wenn mit dem Training langsam angefangen wird und es regelmäßig (täglich bis wöchentlich) stattfindet.
Der Esel von Poitou ist ein echtes Liebhaber- und Schautier, ein Aristokrat eben, aber kein Gebrauchsesel.
Deshalb dürfen die Poitou-Fans jetzt nicht gleich aufgeben. Sondern sie sollten sich zuerst einmal Tiere dieser Rasse ansehen.
Zuchtgruppen mit eingetragenen Tieren dieser außergewöhnlichen Eselrasse stehen im Allwetterzoo Münster, im Haustierpark Arche Alfsee bei Rieste, in der Arche Warder bei Kiel, im Ponypark Padenstedt, in Hagenbecks Tierpark in Hamburg, im Tierpark Nordhorn, im Wildpark Lüneburger Heide, in der Stuttgarter Wilhelma, im Tiergarten Nürnberg, in Freiburg, im Tiergehege Mundenhof , im Zoo Saarbrücken und im Zoo von Mühlhausen im Elsaß. Außerdem noch bei einigen Privatleuten (Adressen auf Anfrage) und natürlich in Frankreich und einigen europäischen Ländern, sowie in den USA.
Für ernsthafte Interessenten sind die Zuchtschauen im Sommer jeden Jahres im Südwesten Frankreichs eine Bedingung.
Termin Concours Mulassiere du Poitou, am 28. und 29. August 2010, in der Asinerie in Dampierre (Adresse auf Anfrage).
Der Erwerb eines reinrassigen Esels ist in jedem Fall eine Lebensaufgabe und das Tier ist dann oft nicht besonders zum Arbeiten geeignet. Dies sollte man bedenken!
Die französische Züchterorganisation hat für verschiedene Länder auf der Welt Zuchtbeauftragte ernannt. Bevor dies geschehen konnte, musste die Genehmigung des Landwirtschaftsministeriums eingeholt werden. Beide Ministerien, das Französische und das Deutsche haben ein Abkommen beschlossen, dass es möglich macht, die in Deutschland gezogenen Tiere in Frankreich einzutragen. Dafür muss in dem jeweiligen Land ein Ansprechpartner auf die Einhaltung der diversen Regeln achten. Barbara Bank ist für Deutschland diese Beauftragte des französischen Züchterverbandes UPRA. Andere zuständige Personen gibt es für Deutschland nicht. Die UPRA kümmert sich um den Rassenerhalt der Poitou-Esel und der Mulassier-Pferde und deren Maultiere. Zu ihrer website geht es hier.
Gerne berate ich Sie auch vor dem Kauf.
Weitere Informationen:
Barbara Bank und Otmar Hoefer
Herbachstraße 31
65558 Oberneisen
Telefon 06430 6763
Fax 06430 1212
E-Mail bb (at) bahoe.de
Stand 2010
Beschreibung des Poitou-Esels
Hengste haben ein Stockmaß zwischen 140 cm und 156 cm, ein Röhrbeinumfang von 21 cm bis 27 cm und ein Gewicht von 350 bis 420 kg.
Der „ideale“ Hengst ist etwa 145 cm groß und hat ein Röhrbein um 25 cm und mehr. Wird der Esel größer, so werden die Knochen meist dünner.
Die Stute darf etwas kleiner und leichter als der Hengst sein.
Beide Geschlechter haben dunkelbraune bis hellbraune lange und oft stark gelockte Haare, Kippmähne und Kötenbehang. Weiße Abzeichen (Bauch, Maul, Augenringe und Schenkelinnenseiten) sind die Regel. Die Ohren sollten sehr lang, breit, offen und stark behaart sein.
Wozu wurde der Poitou Esel früher gebraucht?
Zur Zucht von sehr großen und starken Maultieren und zwar ausschließlich dazu. Wertvoll waren die starken Eselhengste und die Züchter der Region Poitou wussten damals schon, wie man einen Mythos erzeugt und erhält. Potenz war gefragt und die kam angeblich von den langen Haaren.
Zum Stutbuch des Poitou Esels gehört das Mulassiere Pferd, ein großes schweres Kaltblutpferd mit sehr viel Behang-, Mähnen- und Schweifhaar.
Aus Pferdestute und Eselhengst wurde das „Mule du Poitou“ gezogen.
Diese Maultiere waren der Reichtum dieser Gegend anders als die Esel haben die Pferde aber auch Feldarbeit geleistet.
Der Esel von Poitou hatte schon immer Probleme mit der Muskulatur, er hatte große schwere Knochen und einen sehr tiefen Brustkorb, doch seine Muskeln waren schlecht ausgebildet. Diese bekam das Maultier ja von dem starken Pferd.
Die heutige Situation
Es gibt weltweit etwa 800 (1994 waren es 150) eingeschriebene Poitou Esel. Einige haben gesundheitliche Probleme durch schlechtes Erbgut. (Gelenkprobleme durch Sehnenschwäche, zu kurze Sehnen, schlechte Gliedmaßenstellung, Bockhufe, Probleme mit der weißen Linie, Karpfenrücken, Zahnfehler usw.) Bei einer solch kleinen Population lassen sich diese Probleme durch Auslese in der Zucht nur sehr schwer verhindern.
Zu den reinblütigen Tieren gibt es mittlerweile bedingt durch den „Mythos Poitou“ eine unübersichtlich große Zahl von Eseln aller Größen und Farben, die Poitou Blut führen. Diese Esel werden oft sehr teuer als Poitou Esel verkauft. Gerne berate ich Sie vor dem Kauf.
Gelegentlich gibt es Stimmen, die meinen, dass man nur in Deutschland der Meinung ist, dass der Poitou-Esel kein robuster Arbeitsesel sei. Nun mag bei uns die Anforderung an einen Arbeitsesel über die reine Dekoration zum Arbeitstier hinaus gehen, die man manchmal auf Fotos sieht. Fakt ist, das im Vergleichstest die Leistungsstärke dieser Esel unter der von Zwergeseln liegt und die Krankheitsanfälligkeit wesentlich größer ist. Auch bei Bewertungen der IGEM (Interessengemeinschaft der Esel- und Mulifreunde e.V.) schneiden die Poitou-Esel und deren Mischlinge z.B. wegen Luxationen der Gelenke eher nicht so gut ab.
Spazieren gehen oder einen leichte Kutsche ziehen fördern seine Gesundheit (besonders der Hufe) und seine Lebenserwartung, wenn mit dem Training langsam angefangen wird und es regelmäßig (täglich bis wöchentlich) stattfindet.
Der Esel von Poitou ist ein echtes Liebhaber- und Schautier, ein Aristokrat eben, aber kein Gebrauchsesel.
Deshalb dürfen die Poitou-Fans jetzt nicht gleich aufgeben. Sondern sie sollten sich zuerst einmal Tiere dieser Rasse ansehen.
Zuchtgruppen mit eingetragenen Tieren dieser außergewöhnlichen Eselrasse stehen im Allwetterzoo Münster, im Haustierpark Arche Alfsee bei Rieste, in der Arche Warder bei Kiel, im Ponypark Padenstedt, in Hagenbecks Tierpark in Hamburg, im Tierpark Nordhorn, im Wildpark Lüneburger Heide, in der Stuttgarter Wilhelma, im Tiergarten Nürnberg, in Freiburg, im Tiergehege Mundenhof , im Zoo Saarbrücken und im Zoo von Mühlhausen im Elsaß. Außerdem noch bei einigen Privatleuten (Adressen auf Anfrage) und natürlich in Frankreich und einigen europäischen Ländern, sowie in den USA.
Für ernsthafte Interessenten sind die Zuchtschauen im Sommer jeden Jahres im Südwesten Frankreichs eine Bedingung.
Termin Concours Mulassiere du Poitou, am 28. und 29. August 2010, in der Asinerie in Dampierre (Adresse auf Anfrage).
Der Erwerb eines reinrassigen Esels ist in jedem Fall eine Lebensaufgabe und das Tier ist dann oft nicht besonders zum Arbeiten geeignet. Dies sollte man bedenken!
Die französische Züchterorganisation hat für verschiedene Länder auf der Welt Zuchtbeauftragte ernannt. Bevor dies geschehen konnte, musste die Genehmigung des Landwirtschaftsministeriums eingeholt werden. Beide Ministerien, das Französische und das Deutsche haben ein Abkommen beschlossen, dass es möglich macht, die in Deutschland gezogenen Tiere in Frankreich einzutragen. Dafür muss in dem jeweiligen Land ein Ansprechpartner auf die Einhaltung der diversen Regeln achten. Barbara Bank ist für Deutschland diese Beauftragte des französischen Züchterverbandes UPRA. Andere zuständige Personen gibt es für Deutschland nicht. Die UPRA kümmert sich um den Rassenerhalt der Poitou-Esel und der Mulassier-Pferde und deren Maultiere. Zu ihrer website geht es hier.
Gerne berate ich Sie auch vor dem Kauf.
Weitere Informationen:
Barbara Bank und Otmar Hoefer
Herbachstraße 31
65558 Oberneisen
Telefon 06430 6763
Fax 06430 1212
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Stand 2010

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