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Esel
Unterschiede
Großesel
Haltungs-
bedingungen

GROSSESEL
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Einfach nur große Esel?

Eselrassen sind einfach zu erkennen, Braune sind Katalanen,
Langhaarige Poitous und Weisse Andalusier ...
Nur bei den Großeseln haben sich Rassen herausgebildet, über die ein strenges Zuchtbuch
geführt wird. Die Bestände sind gefährdet und hochwertige Zuchttiere werden
seltenst abgegeben. Papiere können für die Rassegroßesel auch nur in ihren Heimatländern
ausgestellt werden, allein für Poitou-Esel gilt eine Ausnahme.
Beim Eselkauf darf man also misstrauisch werden, wenn man von einem Züchter oder
Händler einen „echten Katalanen“ ohne Papiere angeboten bekommt. Ein hoher Preis
garantiert hier oft gar nichts! Großesel ohne Papiere können aber in das Stammbuch der
IGEM aufgenommen werden und das Prädikat „Deutscher Zuchtesel der IGEM" erhalten.
Mit Hilfe dieses Prädikates, das nach strengen Auswahlkriterien vergeben wird, hofft die
IGEM, die Qualität der in Deutschland gezogenen Großesel nachhaltig zu verbessern.

Die Größe der Großesel ist das Besondere an ihnen ...
Schon Afrikanische Wildesel haben eine Körpergröße von 130 - 135 cm, was sie nach
Deutschem Standard zu Großeseln macht. Sehr große Tiere müssen ihre Körpergröße
leider oft mit Problemen im Körperbau bezahlen. Ein Fohlen stellt an den Züchter hohe
Anforderungen, nur wenn er sie erfüllen kann wird es gesund heranwachsen und sein
Körperbau harmonisch sein. Beim Kauf eines Großesels sollte man also die Statur insgesamt
bewerten, nicht allein das Stockmaß! Ein Esel, der seine Körpergröße hauptsächlich
seiner Beinlänge verdankt, hat meist große Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht!

Einen Esel kann man einfach anspannen und lustig Kutsche fahren ...
Die meisten Esel sind so gutmütig, dass sie sich tatsächlich noch mit einem einfachen
Strick vor ein Gefährt spannen lassen und ihr Bestes geben, es zu ziehen. Wenn einem
aber das Wohl seines Tieres am Herzen liegt, muss man auf ein gut passendes Geschirr
achten und hier kommt es bei Großeseln häufiger zu Problemen: Der Platz zwischen
Buggelenk und Halsansatz ist für ein Brustblattgeschirr häufig viel zu schmal, das
Geschirr drückt dann entweder auf den Hals oder es scheuert am Gelenk. Gute Kumtgeschirre
können einen Ausweg bieten, sind aber leider recht teuer. Hier sind also
Einfühlungsvermögen und Fantasie des Eselhalters gefragt.

Großesel sind Arbeitstiere, die können das schon ab ...
Ein gesunder und kräftiger Esel ist tatsächlich stark und ausdauernd und wenn man ihn
gut und eselgerecht behandelt, wird er auch schwerere Arbeiten willig ausführen. Das
Problem liegt eher darin, dass heutzutage kaum mehr Arbeitsesel oder -mulis gebraucht
und daher auch kaum noch gezüchtet werden. Viele Großesel haben einen Senkrücken
oder Fehlstellungen der Gliedmaße. Wenn solche Tiere arbeiten, muss man unbedingt
darauf achten, dass der Esel nicht überfordert wird oder gar Schmerzen hat. Solche Esel
können nie so leistungsfähig sein wie die Artgenossen mit einem harmonischeren
Körperbau! (Siehe Abb.1 und 2)

Einen Großesel kann man genauso reiten wie ein Pferd ...
In der Eselzucht gab es hauptsächlich das Ziel, ein verlässliches Pack- und Saumtier
zu ziehen. Dies spiegelt sich natürlich auch im Temperament unserer Esel wider. Als
Packtiere wurden dabei die Großesel selbst oder ihre Maultiernachkommen eingesetzt.
Allein in den USA werden Maultiere auch gezielt als Reittiere gezüchtet, dort finden sich
sowohl Renn-, Spring- als auch Dressurmulis. Dementsprechend gehören gute Reitesel
am häufigsten zur Rasse des American Mammoth; in Europa, und ganz besonders in
Deutschland, sind gute Reitesel eine Ausnahme.
Generell sollten alle Esel, die zur Arbeit herangezogen werden, eine gute Verbindung
zwischen Rücken und Kruppe aufweisen, auch auf eine tiefe Brust und eine gleichmäßige
Stellung der Gliedmaßen ist zu achten. Für Reitesel gilt dies besonders.
(Siehe Abb.1 und 2)
Doch auch die Suche nach einem passenden Sattel kann sich als schwierig erweisen.
Eselrücken sind relativ gerade und der Sattel drückt oft an ganz anderen Stellen als es
ein Sattler vom Pferd her gewohnt ist. Auch die im Vergleich zum Pferd steilere Schulter,
der schwerere Kopf und der oft sehr langen Rücken sorgen für Unterschiede, die man
beim Gymnastizieren und Reiten der Tiere berücksichtigen sollte.

Abb. 1
kurzer, gerader Rücken;
geschlossene Nierenpartie;
schräge Schulter; guter Halsansatz;
viel Brust; kräftige Kruppe
Abb. 2
langer, durchhängender Rücken;
offene Nierenpartie; zu steile Schulter;
schlechter Halsansatz; keine Brust;
kurze Kruppe

Eselhufe brauchen kaum Pflege, die laufen sich von alleine zurecht ...
Häufig wird bei der Haltung vergessen, dass der Esel aus einer sehr trockenen Gegend
stammt und dass seine Hufe auch an einen trockenen und harten Untergrund angepasst
sind. Auf weichen Böden wachsen ungepflegte Hufe schnell schnabelförmig nach vorne.
Für die betroffenen Tiere sind die deformierten Füße mit Schmerzen verbunden und die
Schäden sind oft irreparabel. Generell sollte man bei der Eselhaltung besonderen Wert
auf einen trockenen und sauberen Untergrund legen, da sich andernfalls Bakterien und
Pilze zu gut vermehren und die Eselhufe befallen können. Dieses kann sich als Strahlfäule,
Fäule der weissen Linie oder als bröselige Hufwand äußern, zur Lahmheit führen
und hohe Tierarztkosten verursachen.

Insgesamt scheinen Eselhufe anfälliger für die oben genannten Schwierigkeiten zu sein als Pferdehufe, auch deshalb sollte eine tägliche Hufkontrolle

Abb. 3
Eselhufe haben zwar generell einen
steileren Winkel zum Boden als Pferde,
sie sollten aber nicht bockhufig stehen.
Wie beim Pferd, muss die Hufachse zum
Fesselstand passen (dh. die Zehenachse
darf nicht gebrochen sein!).

Für die Behandlung von Esel- und Mulihufe ist ein spezielles Hufbuch von Thekla Friedrich erschienen.


"Esel- und Mulihufe" von Thekla Friedrich wendet sich an interessierte Esel- oder Maultierbesitzer, Hufexperten (Schmiede, Hufpfl eger, Huftechniker, etc.) und Tierärzte. Den Tierhaltern sollen in erster Linie Informationen vermittelt werden, die es ihnen ermöglichen, die Arbeit ihres Hufexperten besser zu verstehen, Probleme früh zu erkennen, oder am besten ganz zu vermeiden. Nach einem einführenden Anatomieteil geht es detailliert um die Beurteilung von Huf und Gliedmaßen. Mit Zeichnungen und Fotos wird veranschaulicht, was korrekt ist, was unerwünscht und warum. Röntgenaufnahmen gesunder und fehlerhafter Gliedmaßen ergänzen den Bildteil. Darauf basierend werden Bearbeitungsmaßnahmen erläutert. Auch die Haltungs- und Fütterungsbedingungen haben einen großen Einfluss auf die Hufgesundheit. Darüber und über die Pflegemaßnahmen, die durch die Tierhalter selbst ausgeführt werden, berichtet Eselexpertin Barbara Bank.
Barfußlaufen, Eisenbeschlag, Hufschuhe und vieles andere mehr wird mit Vor- und Nachteilen beschrieben. Die wichtigsten Huf- und Gliedmaßenerkrankungen dürfen nicht fehlen: Vorbeugung, Erkennung und Behandlung.

Ein Esel kann einfach so mit den Pferden mitlaufen ...
Esel sind ausgezeichnete Futterverwerter, die aus kargen Gegenden stammen.
Sie benötigen daher viel weniger Futter als ein Pferd vergleichbarer Größe, fressen aber
begeistert auch große Mengen, wenn sie sie bekommen. Daher sind Esel die einfach in
einer Pferdeherde mitlaufen, häufig zu fett. Dies zeigt sich besonders in einem dicken
Wulst unter dem Mähnenkamm. Während der Wulst eher ein ästhetisches Problem
darstellt, leidet der zu dicke Esel auch unter vielerlei Stoffwechselproblemen. Eine sehr
schmerzhafte Hufrehe ist eine häufige Folge! Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sich
Esel zwar generell gut mit anderen Weidetieren vertragen, sich aber meistens doch
nur in Eselgesellschaft wirklich wohl fühlen. Pferde weisen in ihrem Verhalten einige
Unterschiede auf und können Esel-Artgenossen nur bedingt ersetzen. (In noch stärkerem
Maße gilt dies für Ziegen, Schafe, Rinder usw.)

Kontaktadressen:
Interessengemeinschaft der Esel-
und Mulifreunde in Deutschland e.V.
Geschäftsstelle
Steinweg 12 , 65520 Bad Camberg
Tel: +49 (0) 6434 90 00 10
Fax: +49 (0) 6434 3 82 71
E-Mail: Kontaktformular
Internet: www.esel.org

Sektion Großesel
Ute Thomas
Hauptstraße 3
67808 Falkenstein
Tel/Fax: 06302/98 22 12